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Der Border Collie

Die Rassebezeichnung „Border Collie“ geht auf seine geographische Herkunft zurück, dem Grenzland (Border Line) zwischen England und Schottland, und wird seit 1910 verwendet. Seit 1906 gibt es in England die Züchtervereinigung „International Sheep Dog Society (ISDS)“, welche sich nicht mit dem Aussehen der Border Collies, sondern mit ihren Arbeitsqualitäten beschäftigt. Von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) wird der Border Collie seit 1976 anerkannt.

Die International Sheep Dog Society hat bis heute noch keinen Rassestandard für Border Collies herausgebracht. Für diese Züchtervereinigung zählt ausschliesslich die Arbeitsleistung des Hundes am Hüteobjekt.

Der Körperbau ist harmonisch, mehr lang als hoch (bis 56 cm), bei arbeitenden Hunden sehr muskulös, für Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer besonders gut geeignet. Drei Fellvarianten sind lt. FCI anerkannt; kurzhaarig, mäßig lang und stockhaarig, dichtes Haarkleid mit dichter Unterwolle und mittlerer Textur, bei mässig langem Haarkleid gute Mähne am Hals und Fahne an der Rute; Gesicht und Ohren sowie Vorder- und Hinterläufe ab Sprunggelenk sollten glatt sein. Viele Farben sind erlaubt, wobei weiss nie vorherrschen sollte; z. B. folgende Farben: Schwarz-weiss, Rot, Blau, Blue-merle, Red-merle, Schwarz-weiss gemottelt, Zobelfarben, Australian red, Lilac. Bei allen Farben kann auch „Tan“ (heller Braunton) in Form von Abzeichen hinzukommen. Der Kopf ist breit mit ausgeprägter Stop, Nase schwarz, braun, schiefer je nach Hundefarbe, Fang mässig kurz und kräftig mit vollständigem Scherengebiss. Die Augen sind breit voneinander angesetzt, mittlere Grösse, oval, braun, ausser bei Blue-Merles, bei denen ein oder beide Augen teilweise oder ganz blau sein dürfen. Die mittelgrossen Ohren stehen aufrecht oder nach vorne gekippt. Die Rute ist mäßig lang, aber mindestens bis zum Sprunggelenk, gut behaart, tief angesetzt, nie über den Rücken getragen.

Die Bewegung sollte frei, fliessend und unermüdlich sein. Die Pfoten sollten dabei möglichst wenig abgehoben werden, damit sich der Hund schleichend und mit grosser Geschwindigkeit bewegen kann.

Wie bei Collies tritt beim Border-Collie der MDR1-Defekt gehäuft auf, der eine Überempfindlichkeit gegenüber mehreren Arzneistoffen hervorruft.

Der Border Collie ist gewöhnlicherweise ein menschenfreundlicher Hund, solange er artgerecht gehalten und beschäftigt wird. Mit einem Border Collie, so sagt man, sei es als habe man ständig einen Schatten neben sich.

Er zählt aufgrund seiner Intelligenz und seines Arbeitstriebes sicherlich zu den faszinierendsten Hunderassen der Welt.

Lange wurde der Border Collie fast ausschliesslich als Hütehund für Schafe auf den Britischen Inseln gehalten. Durch das rasche Ansteigen der Popularität des Agility-Sports in England und Europa wurde diese Rasse auch abseits von Farmen immer beliebter. In den letzten Jahren wurde diese Hunderasse, nicht zuletzt durch Filme wie „Ein Schweinchen namens Babe“, auch als Familienhund immer gefragter.

Leider werden die Welpen von verschiedenen Züchtern teilweise in falsche Hände abgegeben und dort wird nicht genügend mit ihnen gearbeitet. Als „Ausgleich“ werden Familienmitglieder (vor allem Kinder) oder wiedererkennbare Gegenstände (z. B. Autos) gehütet, was natürlich fatale Folgen hat. Aufgrund dieser Tatsache ist der Border Collie als nur Familienhund kaum geeignet. Sein angeborener Arbeitstrieb ist selbst durch längste Spaziergänge nicht zu befriedigen; er muss geistig gefordert werden. Der Border Collie gehört demnach in Profihände (Schäfer usw.) oder zu Menschen, die über sehr viel Zeit (mindestens 5 Stunden täglich) verfügen, sehr sportlich/aktiv und bereit sind, die meiste Zeit des Tages den Hund geistig zu fordern. Viele Züchter versuchen heute jedoch eine ruhigere Variante der Rasse zu züchten mit gleich viel Charme, gleich viel Intelligenz, aber einem weniger stark ausgeprägten Arbeitstrieb. So ist es möglich diese Hunderasse auch in eine Familie zu integrieren. Der Border Collie braucht Beschäftigung, doch gibt es viele aktive Familien, die ihrem Hund gerne Dinge beibringen. Unter der Anleitung erfahrener Ausbildner kann der Border Collie Besitzer mit seinem Hund Grundlagen der Arbeit an Schafen auf so  genannten Hüteseminaren lernen.

Bei Hütewettbewerben können die Anlagen und Fähigkeiten der Hunde und Hundeführer unter kritischen Betrachtern getestet werden. Die Wettbewerbe bereiten den Besitzern und vor allem den arbeitseifrigen Hunden grosse Freude. Es ist eine spannende Aufgabe für den menschlichen Hütepartner, die Verhaltensweisen und Reaktionen von Schafen und Hund richtig einzuschätzen und im richtigen Augenblick die richtigen Anweisungen zu geben.

Für diese einzigartige Schafarbeit ist der Border Collie mit Klugheit, Leichtführigkeit und grossem Arbeitseifer ausgestattet. Diese Eigenschaften, zusammen mit einem liebenswürdigen, freundlichen Wesen, zeichnen den Border Collie vor allem aus und sind eine ständige Freude für die Menschen, die mit ihm zusammen arbeiten.

Der Border Collie ist ein anspruchsvoller Hund, da er von seinem menschlichen Partner sowohl praktische als auch geistige Aufgaben erwartet und eine konsequente Führung (sprich Erziehung ), beansprucht.

In unverständigen Händen kann er verdorben werden. Vielleicht mehr als bei anderen Hunderassen kann sein sensibles, intelligentes Wesen hysterisches Fehlverhalten entwickeln, so dass seine guten Anlagen verkümmern und er zum Tyrann für seine Umgebung wird.

Darum, wer immer sich für einen Border Collie entscheidet, sollte sich gut überlegen, ob er den Ansprüchen dieses Hundes gerecht werden kann.

Die meisten der Border Collies haben einen kaum zu bremsenden Lerneifer der gestillt werden muss, das sie ein glückliches und ausgeglichenes Leben führen können. Hinzu kommt ihr ständiger Bewegungsdrang sowie das ständige Verlangen nach "Kopfarbeit".

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